About OBR

Open? Business? Radio? Nichtkommerziell? Was das soll und worum es dabei geht.

Ende der 1990er Jahre änderte sich in der IT eine Welt. Nicht erst der breite Einsatz von Linux und das Offenlegen des Quelltextes des Netscape Navigators ebneten den Weg für den Siegeszug quelloffener Software. Auch wenn in diesem Feld immer noch viele Interessen aufeinanderprallen, so muss heute festgestellt werden: Der open source software gehört die Zukunft.

OSS ist nur ein Teilbereich unseres Lebens – aber ein interessanter und betrachtenswerter, kann er doch für vieles Modell stehen und Pate sein. creative commons ist so ein Beispiel: Als sich herausstellte, dass das Konzept “Urheberrecht” und “copyright” mit dem Netz quasi inkompatibel ist, wurde bereits ab 2001 ein einfaches System geschaffen, das Autoren erlaubt, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, freie Inhalte zu generieren und dennoch davon leben zu können. Mehr und mehr setzen sich diese Modelle auch in anderen Lebensbereichen durch – zum Beispiel als open access in der Wissenschaft.

Andererseits hat sich diese Denkweise noch nicht überall in der nötigen Breite etablieren können. Oft sind Staaten und Regierungen, Wirtschaft, Religionsgemeinschaften, Interessensvertretungen und Parteien erschreckend intransparant. Die Sicherheit unserer Infrastruktur basiert nicht selten auf der gefährlichen Grundlage von security by obscurity. Doch auch hier – und gerade im Bereich der Wirtschaft – findet ein (noch etwas zu) langsames und vorsichtiges Umdenken statt: Immer häufiger wird das Potenzial offener Geschäftsmodelle, frei zugänglicher Dokumentation, quelloffener Software, offenen Standards, open innovation und open education erkannt und erschlossen.

Bullshit-Bingo? Nur, solange oben genannte Begriffe mit schwammigen, theoretischen Überlegungen assoziiert sind und keinen Praxis-Fuß auf den Boden bekommen.

Als erreicht kann erst gelten, was in das Alltagsleben der Menschen Einzug gehalten hat.

(W. I. Lenin)

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass nur die Betrachtung praktischer Projekte lohnt. Auch theoretisch angelegte Konzepte mit einem deutlichen Sitz im Leben bringen uns voran.

Business.

Zum Wort business sei gesagt, dass im deutschsprachigen Raum gerne das Geschäftsleben mit business assoziiert wird; business im weiteren Sinne ist aber viel mehr – in erster Linie eine sinnvolle Aufgabe, ein Fach, ein Betätigungsfeld und freilich auch der Gesdchäftsbetrieb. Der Gebrauch des Wortes business verbietet nicht das Nachdenken über Staat und Gesellschaft, Philosophie und Religion.

Nichtkommerzielles Webradio.

Die Wurzeln von openbusinessradio reichen bis ins Jahr 2011 zurück, als “opbr” als Bastelprojekt entstand. Schon damals war die Bedeutung der oben genannten Themen erkennbar, besonders fehlende zeitliche Ressourcen und andere Projekte forderten ihren Tribut und so schlummerte das alte “opbr” bis  Ende des Jahres 2013, dann drängte sich eine Reaktivierung förmlich auf: Der große Traum von big data, dem Internet der Dinge und cloud computing traf auf die Realität des NSA-Überwachungsskandals, einem bis heute fortdauerndem Zustand. Die vierte industrielle Revolution wirft ihre Schatten voraus und schreit förmlichnach der Beantwortung essentieller ethischer und sozialer Fragen. Auf der anderen Seite waren die Chancen nie größer, dass mit technischem auch sozialer und kultureller Fortschritt einhergeht; die oben genannten “opens” liefern hierfür den Schlüssel. Mit Musik und Sprachbeiträgen will openbusinessrado hierzu seinen Beitrag leisten.

Damit dieser Beitrag geleistet werden kann, ist das Radio aus privater Initiative als nichtkommerzielles Projekt gefasst. An der Bruchkante von geschlossenen und isoliert-intransparenten Geschäfts- und Handlungsmodellen hin zu freien Lizenzen und weitreichenden Nutzungsrechten treten immer wieder Interessenskonflikte zu Tage, bei deren Aufarbeitung nicht nur Fingerspitzengefühl sondern auch und besonders Unabhängigkeit gefordert ist. Ein nicht von kommerziellen Interessen geleitetes Medium kann unserer Meinung nach diesem Anspruch noch am ehesten gerecht werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*